Südzucker schließt Verkauf der französischen Produktionsstandorte aus

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Die französische Südzucker-Tochter Saint Louis Sucre wird ihre von Umstrukturierungsmaßnahmen betroffenen Zuckerfabriken nicht verkaufen. Das hat der Konzern klargestellt. "Wir beenden die Zuckerproduktion nicht, um sie anderen Akteuren anzubieten, sondern um Überschusskapazitäten vom Markt zu nehmen", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dr. Wolfgang Heer, heute in Mannheim.

Nach Angaben von Südzucker ist es außerdem für das französische Tochterunternehmen "unerlässlich", die Lagerkapazitäten an den betroffenen Standorten in Cagny und Eppeville aufrechtzuerhalten. Weitere Werke in der Region könnten zudem einen Teil der Verarbeitungskapazität übernehmen; die Wettbewerbssituation von Saint Louis Sucre werde dadurch künftig gestärkt.

Der Mannheimer Konzern verwies auch auf die französischen Produktionsüberschüsse. Es werde doppelt so viel Zucker produziert wie im Land verbraucht werde; des Weiteren sei die Konkurrenz sowohl bei der Versorgung mit Rüben als auch beim Zuckerverkauf sehr groß. Südzucker hat für das Segment Zucker im Geschäftsjahr 2018/19 einen operativen Verlust von 239 Mio Euro ausgewiesen.

Der französische Verband der Rübenerzeuger (CGB) hatte in der vergangenen Woche ein Übernahmeangebot für die Werke in Cagny und Eppeville ins Spiel gebracht. Verhandlungsgrundlage war laut CGB ein Gebot in Höhe von 30 Mio Euro, die weitgehend von den Rübenerzeugern aufgebracht werden sollten. Neben den Umstrukturierungen bei Saint Louis Sucre drohen der französischen Branche auch Einschnitte beim Zuckerhersteller Cristal Union. Die Genossenschaft hatte angekündigt, die Schließung von zwei Werken und die teilweise Stilllegung eines Verpackungsstandortes zu prüfen. AgE

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