Petitionsausschuss will mehr Tierschutz in Schlachtbetrieben

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Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages unterstützt die Forderung, dass Alternativen zur Betäubung durch Kohlendioxid in Schlachthöfen geprüft werden. In der gestrigen Sitzung wurde mit den Stimmen von Abgeordneten der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, AfD und FDP eine Beschlussvorlage an den Bundestag verabschiedet, eine entsprechende Petition an das Bundeslandwirtschaftsministerium zu überweisen. Der Petent hatte den Einsatz von Argon und Helium gefordert, um den Tieren einen "sanften Tod" zu ermöglichen. Gegenwärtig würden Schweine vor der Schlachtung mit Kohlendioxid betäubt, was oftmals für die Tiere einen qualvollen Tod zur Folge habe. Die vorhandenen Alternativen würden aus Kostengründen nicht eingesetzt.

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung schreibt der Petitionsausschuss, dass es unter Tierschutzgesichtspunkten in der Tat problematisch sei, dass die Betäubung bei der Anwendung von Kohlendioxid nicht augenblicklich eintrete. Nach Auffassung der Bundesregierung gibt es jedoch häufig Missverständnisse hinsichtlich der Wirkung von Kohlendioxid. Der Bewusstseinsverlust des Tieres sei in erster Linie auf einen schnellen Abfall des pH-Wertes im Gehirn zurückzuführen. Dies bedeute, dass die Schweine nicht aufgrund eines Mangels an Sauerstoff erstickten. Auch seien Schweine nicht erst dann bewusstlos, wenn sie ruhig auf der Seite lägen. Unkontrollierte, krampfartige Bewegungen und auch Geräusche, die geraume Zeit nach dem Bewusstseinsverlust aufträten, könnten von den Tieren dann nicht mehr wahrgenommen werden.

Der Petitionsausschuss weist in der Vorlage auch darauf hin, dass zwei Bundesforschungsinstitute in diversen Projekten nach Alternativen zur Kohlendioxidbetäubung suchten. Es sei zutreffend, dass für die Gase Argon und insbesondere Helium Vorteile für den Tierschutz ermittelt worden seien. Die Bundesregierung habe jedoch mitgeteilt, dass die Anwendung dieser Gase bislang noch nicht praxisreif sei. Bei der Verwendung von Argon gäbe es Bedenken hinsichtlich der Fleischqualität. Im Fall von Helium würden die globalen Gewinnungs- und Handelsbedingungen Hindernisse darstellen. Aus diesem Grund würden weiter Alternativen gesucht. AgE

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