Klöckner will sich bei farblicher Nährwertkennzeichnung nicht festlegen

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigt sich offener für eine vereinfachte Visualisierung bei der Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln. Gleichzeitig warnt sie aber davor, sich bereits auf den fünfstufigen Nutriscore nach französischem Vorbild festzulegen, der nach ihren Worten "auch seine Tücken" hat. Klöckner kündigte gestern beim verbraucherpolitischen Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) am Rande der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin an, dass sie zunächst die Analyse des Max-Rubner-Instituts (MRI) abwarten wolle, das derzeit die verschiedenen freiwilligen Modelle vergleiche und bewerten, die auf dem europäischen und internationalen Markt eingesetzt würden.

In Kenntnis der MRI-Analyse will die Ressortchefin dann eine Entscheidung darüber treffen, welche Modelle am deutschen Markt und beim Verbraucher getestet werden. Das dann empfohlene System werde ein freiwilliges sein, das der Einzelhandel und die Unternehmen umsetzen können, betonte Klöckner. Davon verspricht sie sich eine schnellere Einführung und damit einen größeren Nutzen für die Verbraucher. Zur Einführung eines verpflichtenden Kennzeichnungssystems müsste zunächst das EU-Recht geändert werden, gab die Ministerin zu bedenken.

vzbv-Vorstand Klaus Müller begrüßte die Äußerungen der Ministerin; er setzt auf zügige weitere Schritte. Müller verwies auf die wissenschaftlichen Untersuchungen und Testreihen, die dem Nutriscore in Frankreich zugrunde gelegen hätten und hofft, dass das MRI zum gleichen Schluss wie die französische Regierung kommen werde. Mit Blick auf die im Mai anstehende Europawahl fordert der vzbv die EU-Kommission auf, eine einheitliche farbliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln in der gesamten Gemeinschaft einzuführen. AgE

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