Schlachtunternehmen werden zu Corona-Hotspots

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In Deutschland haben Fleischunternehmen immer stärker mit Corona-Infektionen ihrer Mitarbeiter zu kämpfen. Nach Hunderten von Positivtests bei Müller Fleisch in Birkenfeld und der vorsorglichen Schließung des Vion Rinderschlachthofs in Bad Bramstedt hat es nun auch die Westfleisch in Coesfeld getroffen. Wie die dortige Kreisverwaltung am Montag mitteilte, war zuletzt ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen im Landkreis festzustellen; ein Großteil davon entfalle auf Beschäftigte des Fleischwerks. Bereits in der Vorwoche sei nach ersten Ansteckungsbefunden mit verstärkten Testreihen bei Westfleisch-Mitarbeitern begonnen worden, weshalb die Fallzahlen nun gestiegen seien.

Laut Presseberichten sollen sich 64 Mitarbeiter des Westfleisch-Werkes in Coesfeld mit Covid-19 angesteckt haben, wobei es sich laut der Ärztin Celine Klostermann von Kreisgesundheitsamt meist um milde Verläufe handelt. Ihr zufolge kann die Produktion im Fleischcenter weiterlaufen; sie werde aber vom Kreisgesundheitsamt überwacht. Das Unternehmen setze umfangreiche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen um. Nach Angaben von Firmensprecher Philipp Ley hat die Westfleisch bereits zu Jahresbeginn eine Pandemie-Sonderkommission eingerichtet, und im Werk werde in klar abgegrenzten Kleingruppen gearbeitet. Alle Mitarbeiter trügen Schutzkleidung und vor dem Werkstor werde Fieber gemessen.

Auch in anderen Ländern machen der Fleischindustrie die Corona-Infektionen von Mitarbeitern zu schaffen. In Australien musste Anfang dieser Woche das Unternehmen Cedar Meat mit 400 Beschäftigten seine Tore schließen, nachdem gut 10 % der Belegschaft positiv auf Corona getestet worden waren. In Spanien sind beim neuen Großschlachthof Literia Meat bei Huesca annähernd 200 Arbeiter an Covid-19 erkrankt; der Betrieb läuft mit verringerter Kapazität weiter. Gewerkschaften werfen dem Schweineschlachter vor, gegen Arbeitsschutzauflagen verstoßen zu haben und haben Beschwerden beziehungsweise Klagen eingereicht. In Brasilien soll es Medienberichten zufolge weit mehr als 100 infizierte Schlachthofmitarbeiter in neun Unternehmen geben. In den USA wurden mehrere Großschlachter wegen Corona-Fällen geschlossen, die US-Präsident Donald Trump per Eilverordnung aber wieder öffnen will. AgE

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