Rukwied sieht Existenz der Familienbetriebe in Gefahr

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Der vorgelegte Gesetzentwurf des Volksbegehrens Artenschutz - "Rettet die Bienen" gefährdet aus Sicht des Präsidenten vom Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV), Joachim Rukwied, die Existenz vieler Familienbetriebe. "Was wir brauchen, sind vernünftige, umsetzbare Lösungen, die den Artenschutz weiterbringen und gleichzeitig der Landwirtschaft Entwicklungsperspektiven bieten", betonte der LBV-Präsident anlässlich des Starts der Stimmensammlung.

Rukwied betonte die Notwendigkeit, den Arten- und Naturschutz weiter voranzubringen. Mit fast 400 000 ha besonders naturverträglicher Bewirtschaftung, wovon rund 40 000 ha unter Vertragsnaturschutz stünden und zusätzlich fast 200 000 ha ökologisch bewirtschaftet würden, werde im Südwesten bereits bewiesen, dass sich die Landwirtsfamilien sehr wohl für den Artenschutz stark machten. Baden-Württemberg sei mit einer Vielzahl an Förderprogrammen und Maßnahmen bundesweit Vorreiter für den Naturschutz in der Agrarlandschaft. "Der vorgelegte Gesetzentwurf spielt jedoch Artenschutz und Landwirtschaft gegeneinander aus", kritisierte der Landesbauernpräsident.

Rukwied appellierte deshalb an die Baden-Württemberger, die Vorschläge der Volksbegehren-Initiatoren nicht zu unterschreiben. Er sieht die Politik und alle Beteiligten gefordert, bessere Lösungen zu entwickeln, die sowohl dem Artenschutz und dem Erhalt der Kulturlandschaft gerecht werden als auch den Familienbetrieben im Land eine Zukunft geben.

Dem Bündnis zu dem Volksbegehren, das auf eine Initiative von "proBiene - Freies Institut für ökologische Bienenhaltung" zurückgeht, gehört ein Trägerkreis aus 13 Organisationen, sozialen Unternehmen und einer Ökobank an. Der Sprecher des Trägerbündnisses, Tobias Miltenberger, betonte, nun könnten die Menschen in Baden-Württemberg zeigen, wie Ernst ihnen der Kampf gegen "eine der größten ökologischen Katastrophen unserer Zeit ist: den Artenschwund". Gemeinsam wolle man ein ?starkes Zeichen? an die Politik senden, wie wichtig den Bürgern "eine enkelfähige Zukunft auf diesem Planeten ist".

Zu den Kernforderungen des Gesetzentwurfs aus dem Volksbegehren gehören eine verbindliche Reduktionsstrategie des Landes zum Pflanzenschutzmitteleinsatz bis 2025, der Ausbau der Ökolandwirtschaft auf 50 % der Fläche bis 2035, die Umstellung der staatlichen Landwirtschaftsbetriebe auf biologischen Anbau, ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in artenschutz- und naturhaushaltsrelevanten Schutzgebieten sowie ein besserer Schutz von Streuobstweisen gegen Bebauung. AgE

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